Alptagebuch

 

26.01.2012 | Helferin gesucht

wir könnten von ca. Anfang Juli bis Ende September noch jemand brauchen
 

13.01.2012 | Viel Schnee

Im Zeitraum von gut einem Monat, hat es sehr viel geschneit. Allen Schnee fiel mit starken Sturm und liegt somit sehr ungleich. Wo der Stall ist kann man nur ahnen. Nun ist zu Hoffen, dass es nicht mehr viel gibt bis am Frühling.
Sonst drückt der hohe Schnee viel Steine und Geröll in das Weideland
Und wir haben zusätzlicher Arbeit mir dem Wegräumen.
 

10.01.2012 | Alkäse-Wettbewerb

Zum dritten mal fand im Kanton Uri den jährlichen Alpkäsewettbewerb im Verkaufshaus Spar in Schattdorf statt. Dort wird den Alpkäse von Konsumenten beurteilt. Von den über 100
Alpen auf denen gekäst wird nahmen 27 am Wettbewerb teil. Von denen wurden einen Drittel mit einer Urkunde ausgezeichnet. Wir durften auch eine Urkunde mit Freude entgegennehmen.
 

26.12.2011 | Spilau-Seeli begehbar?

Heute am 29. November ist es wieder soweit. Nach den Jahren 1978 und 1987 stehe ich zum ersten mal wieder auf dem gefrorenen See. Ein seltenes Ereignis, und ein mulmiges Gefühl so auf dem Wasser zustehen. Immer wieder kracht es unter den Füssen, wenn das Eis seine Spalten macht. Aber herrlich wenn die kleinen Fischchen unter den Füssen nicht wissen auf welche Seite Sie schwimmen sollen wenn ich Sie auf dem Eis verfolge.
 

02.12.2011 | Rebortage von Robi Kuster erschinen im Urner Wochenblatt



Auch beim 90.Alpsommer ist Spilau immer noch mein Paradies.

Der Altdorfer Seffi Furrer verbringt in diesem Jahr den 90. Alpsommer auf Spilau. Seine Begeisterung für das Alpleben ist ungebrochen. Spilau ist leider ein oft leicht vergessenes Paradies auf der andern Seite des Kinzigs.

Am 21. Juni konnte Josef (Seffi) Furrer seinen 90. Geburtstag feiern. Zu diesem Zeitpunkt weilte der rüstige Älpler mit seiner um zehn Jahre jüngeren Frau Maria bereits auf der Alp Proholz auf Spilau. Hierher war er nämlich schon im zarten Alter von drei Wochen von seinen Eltern mitgenommen worden und seither hat er kein Jahr versäumt, den Sommer hinten in Riemenstalden auf Spilau zu verbringen. „Es wäre mein Untergang, wenn ich nicht mehr hierher kommen könnte“, meinte er beim Besuch auf der Proholz-Alp. Schon seit vier Wochen betreut er hier 27 Mutterkühe. Seffi Furrer gibt zu, dass er ohne seine jüngere Frau aufgeschmissen wäre. Zusammen meistern sie aber die Arbeit auf der Proholz-Alp problemlos. Die grösste Arbeit bestehe im Unkraut mähen, sagte er. Gift wolle er keinesfalls einsetzen. Solches sei genügend in der Umwelt. Die Alp liegt auf rund 1600 Metern. In der zweiten Hälfte des Alpsommers wird er für zwei Monate auf die Vorder-Spilau ziehen, wo sein Sohn Franz-Heiri die Hütten selber umgebaut und verbessert hatte. Dann ist er auch wieder näher bei seinem Sohn Franz-Heiri und Agnes sowie ihren geschätzten Grosskindern Erika, Sabina, Sandra und Tobias. Seffi weiss auch um die Gefahren in den Bergen. Aus diesem Grund hat er unweit der Alphütte Proholz eine neue Madonna aus Lourdes in eine einzigartige Felsnische gestellt. Franz-Heiri hatte sie ihm aus Lourdes mitgebracht, da die alte von unbekannt beschädigt worden war. Es sei ein ganz besonderer Ort für sie, betonte Maria beim Gang zum neuen Heiligtum. Bereits hatte eine Wanderin ein kleines Andenken ihres Besuches in die Nische gehängt. So einfach und spartanisch die Proholz-Hütte eingerichtet ist, für Maria und Seffi ist sie ein kleines Paradies, wo sie sich ausgesprochen wohl fühlen. Jeder Besuch freut sie aber, da sie kaum einmal ins Tal hinunter gehen, bis der Herbst Einzug hält. Die verderblichen Nahrungsmittel werden für einen Monat im zurückgebliebenen Schnee tiefgekühlt. Das habe man schon immer so gemacht, lautete die Begründung.

Fremde sind nicht mehr nur Fremde

Weniger einsam als die Proholz-Hütte liegt die Alp Spilau-Seeli von Agnes und Franz-Heiri Furrer. Hier kommen täglich Touristen über die Kinzig-Kulm oder von Riemenstalden vorbei, um sich im heimeligen Alp-Beizli verköstigen zu lassen. Franz-Heiri hat die Korporations-Alp von seinem Vater übernommen und 2003 mit moderner Sennhütte und kleinem Massenlager für 6 Personen versehen. Inzwischen hat er 19 Gebäude zu versichern, die sich in seinem Alpgebiet befinden. Es umfasst rund 46 Normalstoss Kühe. In diesem Jahr sind es 25 Kühe, 15 Mutterkühe und 12 Kälber, die sich vom Unterstafel bis zum Oberstafel aufhalten. Sämtliche anfallenden 450 Liter tägliche Milch werden zu Käse verarbeitet. Ein kleiner Teil davon geht an die Fremden, die hier keine Fremden mehr sind, wie sie vielleicht einmal waren, als kaum jemand von Uri her über den Kinzig stieg. Eigentlich ist Spilau zwar eher eine Enklave in Schwyz als in Uri. Franz-Heiri Furrer weiss heute um die Wichtigkeit der Touristen. „Wir haben fast jedes Wochenende ausgebucht“, meinte er. Die meisten Anmeldungen erfolgen über die Homepage, die er sich nicht mehr wegdenken könnte. Jedes Jahr kommen auch treue Gäste aus Deutschland oder Holland mit ihrer Familie in die Ferien. Für die Kinder sei es das Grösste, schmunzelte Franz-Heiri, wenn sie auch einmal bei schlechtem Wetter im Dreck versinken würden. Franz-Heiri und Agnes gehen nur selten in den 6,8 Hektar grossen Talbetrieb in Altdorf zum Heuen. Ansonsten ist der Tag mit allerlei Arbeit und Käsen ausgelastet. Dafür sei aber in erster Linie Agnes verantwortlich. Die Furrers betreiben die Alp in der vierten Generation. Sie ist seit 1991 in den Händen von Franz-Heiri Furrer. Er zeigt sich stolz darauf, dass er die sechsstündige Alpfahrt immer noch zu Fuss macht. Nur ein altes oder behindertes Tier transportiert er mit Auto. Von der Seilbahnhütte kann er zwar ein geländegängiges Fahrzeug einsetzen, aber für die Fahrt braucht er länger, als wenn er zu Fuss geht. Wenn immer auch möglich, sind seine vier halb erwachsenen Kinder auf der Alp und packen zu. Die Furrers beschreiben die Alp als arbeitsintensiv, aber mit einer würzigen Grasnarbe, nicht zu trocken, idyllisch und sehr ertragreich. Für sie ist sie eindeutig Existenzsicherung und keineswegs Anhängsel. Die 3,5 Tonnen Käse verkauft die Familie privat oder am Käsemarkt im Herbst. Am meisten Mühe haben die beiden mit Touristen, die ihren Güsel, Flaschen und Robydog-Säcke einfach im Alpgras entsorgen.
 

28.08.2011 | Alpabtrieb

Wir sind heute Donnerstag am 25. August auf die nieder gelegener Unterstaffel Alplen gezügelt. Somit ist die Zeit auf der Spilau-Seeli Alp für diese Saison zu Ende. Wir danken allen herzlich die bei uns Halt gemacht haben, bei uns zu Gast waren und für die Interessanten Gespräche Abends am runden Tisch. Wir hoffen auf irgendein Wiedersehen.
Wie für uns den Sommer vom Wetter her war schreibe ich bei einem späteren Eintrag. Für uns und unsere Kühe ist er erst zu Ende wenn wir im Tal in Altdorf sind. Man soll bekanntlich den Tag loben wenn er zu Ende ist.
 

27.06.2011 | Ziglä

Ziglä, so heisst bei uns das zügeln. Heute am 22. Juni sind wir zuerst mit den Kühen hier hinauf. Die Kühe freuten sich an dem vielen Gras, wie es nach meinem Wissen, noch nie um diese Jahreszeit gab. Wir lauften dann zurück auf den Unterstafel Alplen. Dort wurde in der Zwischenzeit eifrig eingepackt. Anschliessend, mit vereinten Kräften zügeln wir alles hoch und erreichen am späten Nachmittag Spilau-Seeli. Sofort muss alles ausgepackt werden und z.B. das Melkgeschirr flott gemacht werden usw. Es gab dann einen späten Feierbabend.
Wir hoffen, dass wir die nächsten 10 Wochen hier oben sein können. Somit ist unser Beizli und die Übernachtungen in der Zeit offen.
 

27.05.2011 | Alpauffahrt 2011

Am Mittwoch am 25 Mai bei herrlichem Wetter sind wir in guter Zeit von 5 Stunden und 45 Minuten mit den 17 Kühen in Alplen angekommen. Erst einmal 2007 war die Auffahrt früher. Damals am 24. Mai. Hier in Alplen grasen die Kühe ca. 25 Tagen dann gehts auf die Spilau Seeli weiter. Erst dann können Sie wider bei uns Uebernachten.
 

19.01.2011 | Mit der Alpglocke ins Schlachthaus

Wenn Franz-Heiri Furrer seiner zur Schlachtung freigegebenen Kuh eine Glocke umhängt, dann rechnet diese mit dem Umzug an einen besseren Ort. Dies ist für ihn der Grund, der Kuh einen würdigen Abgang zu ermöglichen.

Man mag hinter einer Kuh nur die wirtschaftliche Seite sehen. Dann gehört eben der Gang in den Schlachthof dazu. Niemand weiss aber mit Sicherheit, ob das Tier den letzten Gang nicht ahnt und wie es ihn allenfalls ahnen könnte. Dies spielt aber bei Franz-Heiri Furrer nicht die Hauptrolle, dass er einzelne Kühe mit dem Umhängen der Alpglocke zum Schlachthof führt. Angefangen hatte alles vor rund sieben Jahren, als ihm eine Kuh einfach nicht richtig laufen wollte. Der Grund lag nicht darin, dass sie den Weg ins Schlachthaus geahnt hätte, wie er herausgefunden hatte, sondern dass es nicht wie beim üblichen Alpaufzug war. Die für die Kühe aufregende Alpfahrt nach Riemenstalden und hinauf zum Spilau löst bei den Kühen nämlich einen Adrenalinkick aus, wenn die Alpglocken umgehängt werden. Dies machte sich Franz-Heiri Furrer bei der nächsten Kuh zu Nutzen, die er in das Schlachthaus führen musste. Da die Richtung ungefähr stimmte, hatte die Kuh mit der Glocke das Gefühl, dass es auf die Alp gehe und marschierte deshalb problemlos auf ihrem letzten Gang. Seither wendet er jedes Jahr ein bis zweimal diesen Trick an, wenn er die Kuh, deren Fleisch er für den Eigengebrauch benötigt, ins Schlachthaus zu Walter Herger führt. Die andern zu schlachtenden Tiere kommen wie üblich in Transportern nach Rothenturm.

Mir ist egal, ob man mich manchmal belächelt

Der 48 jährige Franz-Heiri Furrer-Gisler führt mit seiner Frau Agnes und vier Kindern einen 6,8 Hektaren grossen Betrieb beim Feldli in Altdorf mit Pachtland, Alpwirtschaft und Alpbeizli am Spilauseeli. Hier ist zu seinen 17 Kühen eine engere Beziehung besser möglich als in einem Grossbetrieb. Vor allem in der Alpzeit, sei diese wichtig, da das Tier merken müsse, wenn man ihm in einer schwierigen Situation helfen könne. Solche seien auf einer Alp häufiger als im Talboden. Wenn man die Tiere locke, müssten sie wissen, dass ihnen eventuell geholfen werde. „Wenn ich den Kühen die Glocke umhänge, wissen sie, dass es an einen bessern Ort geht. Warum soll ich dies also nicht nützen, wenn ich leider mit einer Kuh in den Schlachthof muss?“ meinte Franz-Heiri Furrer. Dabei möchte er keinesfalls als sentimental gelten. Die Massnahme habe aber für beide Seiten Vorteile und deshalb sei ihm egal, ob ihn jemand vielleicht belächle. Anderseits hat er auch schon deswegen positive Rückmeldungen erhalten, was ihn natürlich freute.

Das Töten von Kühen ist mir nicht gleichgültig

Franz-Heiri Furrer ist sich bewusst, dass Nutztiere irgendwann getötet werden und dass nicht alle Bauern ihre Kühe mit Glocken zur Schlachtung führen können. Würde er seine Tiere in Transportern auf die Alp fahren, würden sie den Adrenalinkick vor der Alpfahrt weniger intensiv erfahren als vor dem sechsstündigen Marsch. Aus diesem Grund kennen sie das Umfeld und die Richtung ganz genau, wenn es auf die Alp geht. Auf die Frage, ob es dann nicht härter sei, von einem liebgewonnenen Tier Abschied zu nehmen, bejahte er dies. Besonders den Kindern mache es jeweils arg zu schaffen, wenn sie von ihrer liebsten Kuh Abschied nehmen müssten. Grosse Mühe hatte seine Tochter Sabina damit, als eine ihrer selber benannten Zwillingskühe Hanny und Nanny dran glauben musste. Im Gegensatz zu vielen Stadtkindern ist dies aber auf dem Bauernhof Alltag. Man wächst damit auf und versteht auch besser, solche Situationen zu meistern. Doch trotz aller Alltäglichkeit sei es jedes Mal schwer, sich von einer lieb gewonnen Kuh zu trennen, meinte Franz-Heiri Furrer.

Der Tag X für Hanny

Leider musste vor einer Woche nun Hanny ihren letzten Gang antreten, weil sie nicht mehr tragen wollte. Frohgemut und wohl wissend, dass es an einen besseren Ort gehe, schwang Hanny ihre Glocke, die ihr üblicherweise für die Alpfahrt umgehängt worden war. Es gab keinerlei Widerstand und keinerlei Vorahnung. Franz-Heiri hatte ihr lediglich den freudigen Adrenalinkick für eine mögliche Alpfahrt geschenkt und damit etwas getan, was sich Tierhalter ganz allgemein merken sollten. Fröhlich reihte sich Hanny am Freitag Morgen um sieben Uhr beim Schlachthaus bei den andern bedauernswerten Tieren ein, nichts ahnend, was ihr an diesem Tag noch bevorstehen sollte. Etwas traurig löste Franz-Heiri die Glocke vom Hals und begab sich allein nach Hause. „Hast du gesehen, wie schön sie gelaufen ist“, meinte er nach einem letzten Blick zu seinem Hanny.
 

22.12.2010 | Naujahr

 
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